Vom 23.05. – 29.05.2026 war ich zum Fastenwandern in der Fleether Mühle bei Mirow.

Ich faste schon viele Jahre immer wieder, aber bisher meistens alleine und daheim. Jetzt sollte es auch für mich eine neue Erfahrung werden, das Fasten und das Wandern zu verbinden.

Fastenwandern

Fastenwandern ist eine besondere Kombination aus Fasten und Wandern, die Körper und Geist revitalisiert. Es verbindet die wohltuenden Effekte des Fasten mit der Bewegung in der Natur.

Fastenwandern ist eine Methode, bei der das Fasten, also der bewusste Verzicht auf feste Nahrung, mit täglichen Wanderungen in der Natur kombiniert wird. Dabei hungert der Körper nicht.

Diese Form der aktiven Gesundheitsvorsorge fördert die Entgiftung des Körpers, den Abbau von Stress und die geistige Klarheit.

In der Zeit wird während des Fastenwanderns nur Flüssigkeit in Form von Tees, Säften und Brühen zu sich genommen.

Ziel ist es, den Stoffwechsel zu entlasten, Stress abzubauen, die Autophagie (Zellreinigung) anzuregen und neue Energie zu schöpfen.

Meine Motivation

Da meine Mutter viel zu früh mit 47 Jahren an Darmkrebs gestorben ist, habe ich mich schon früh in meinem Leben mit der Gesunderhaltung meines Darmes beschäftigt. 

Beim Thema „gesunder Darm“ ist das Fasten ein wichtiger Baustein. Fasten gab es zu allen Zeiten in allen Kulturen in allen möglichen Formen. Die Menschen haben diese Form der Vorsorge schon immer betrieben. 

Mein besonderes Bewusstsein lag dieses Jahr auch noch auf der sogenannten „Autophagie“ (Zellreinigung). Die Autophagie ist die körpereigene  „Müllabfuhr“ und das Recycling-System der Zellen. Dabei baut der Körper beschädigte oder fehlerhafte Zellbestandteile ab und verwertet sie wieder.

Der effektivste Auslöser für diesen Prozess ist das Fasten.

Ablauf der Fastenwandernzeit 

Die Fleether Mühle liegt in der idyllischen Mecklenburger Seenplatte bei Mirow und schon auf der Anreise spürte ich nach und nach, wie ich die laute, hektische Welt hinter mir ließ und in eine ruhige, natürliche Welt eintauchte. 

Mein erster Weg ging auch vom Parkplatz an den See und ich verweilte nach der langen Autofahrt dort auf einer der Bänke. Auch das nicht stabile Wlan Netz war ein sicheres Erkennungszeichen weit weg von der Zivilisation zu sein. 

Das Gelände war großzügig mit vielen Bereichen und ich bezog im Haupthaus mein Zimmer. Das Haupthaus zu wählen wäre auch meine Empfehlung bei einer Buchung. 

Beim ersten gemeinsamen Treffen der Gruppe in der Eventhalle stellte sich heraus, dass wir insgesamt 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren. Das erstes Erstaunen machte sich bei uns allen breit. Das Fazit der Woche sollte bei den meisten von uns aber werden, dass es sogar viele Vorteile hatte in der großen Gruppe zu fasten. 

Da alle Anwesenden motiviert waren etwas für ihre Gesundheit zu tun und auch dafür zu bezahlen, waren alle sehr bewusst und eher etwas ehrfürchtig vor dem was kommen würde dabei. Die Gruppe war von Anfang an eine unterstützende, mitfühlende und achtsame Begleitung, genau wie das gesamte Team der Fastenwanderzeit. Wir hatten auch eine 7/24 Stunden Erreichbarkeit für Notfälle. 

Die Sicherheit im Außen war gegeben, jetzt waren wir alle gespannt, wie sich unser Körper die Woche zeigen würde. 

Am Samstagnachmittag stiegen die noch nicht „Geglauberten“ (Einstieg ist immer mit dem Glaubersalz zur Erstreinigung) ins Fasten ein und wir, die schon im Fasten-Modus waren, hatten unsere erste Wanderung. 

Für mich waren die Wanderungen während des Fasten eine neue Erfahrung. Meistens war ich während des Fastens eher im Wellness-Gefühl unterwegs und entspannte viel über die Fastentage. Jetzt war ich gleich mit festem, zügigen Schritt über Wurzelwerk im Wald an der Wasserkante des Vilzsees unterwegs.

Meine ganze Aufmerksamkeit ging daher auch in meinen Körper und ich prüfte immer und immer wieder, ob er das wohl packte. Ich fühlte aber deutlich, das mein Körper diese Herausforderung leisten konnte, nur die sitzende Schreibtischarbeit hatte meine Kondition einrosten lassen. Das war aber ein Thema losgelöst vom Fasten und sollte sich Tag für Tag schnell verbessern. Auch der halbstündige Frühsport auf der Wiese am See brachte mir die gleiche Erkenntnis. 

Jeden Tag gegen ca. 10:00 h versammelten wir uns vor der Eventhalle und konnten je nach Tagesverfassung in vier unterschiedlichen Gruppen wandern. Der Spannungsbogen reichte von der 15-20 km Wanderung bis zum Sparziergang durch den Wald.

Ich gönnte mir die Woche über alle Erfahrungen und jeden Tag freute ich mich mehr auf die Bewegung in der herrlichen Natur mit Gleichgesinnten. Unsere Tagesbegleiter waren die große Wasserflasche, der Tee, der Traubenzucker für den Kreislauf und die oder der jeweilige SeminarleiterIn hatte immer ein Glas Honig für die kleinen schwachen Momente dabei. Manchmal gab es auch gezielte Honigpausen. 

Zusätzlich gab es Angebote wie Yoga, Meditationen, QiGong und zur gezielten Stressbewältigung für uns Bildungsurlauber. Abends Vorträge zur gesunden Ernährung und zu allen Themen, die noch mit zum Fasten gehören, wie Ölziehen am Morgen, Einläufe richtig gemacht und die Vor-und Nachbereitungszeit der Fastenzeit. Ein wirklich durchdachtes, erprobtes Angebot. 

Die Vorträge trugen die Philosophie nach Dr. Buchinger und Dr. Brucker (Frischkornbrei) und uns wurde klar, wie stark wir mit unserer Ernährung und auch dem Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie Zucker unsere Gesundheit lange gesund erhalten können. 

Krankheit ist in der Regel kein Schicksal, sondern liegt viel in unseren Entscheidungen. 

Anmerken möchte ich aber auch, dass mir wieder einmal auffiel, wie stark Ernährung polarisieren kann und daher hätte ich mir persönlich einen weniger dogmatischen Ansatz gewünscht. Aber wie immer im Leben hatte ich beschlossen, die Themen für mich mitzunehmen, die bei mir auf Resonanz gingen und die anderen Ansätze lies ich dort.

Fastenbrechen 

Am Donnerstag war ein besonderer Tag, denn wir zelebrierten das gemeinsame Fastenbrechen. Jede und jeder in der Gruppe suchte sich morgens einen Apfel aus und packte ihn in den Wanderrucksack. 

Es sollte zu einer schönen Kirche gehen (nur als Ort des Rituals – nicht aus gläubigem Ansatz) und dort nahmen wir schweigend Platz. Nach einer wunderschönen Rede uns der Kostbarkeit der Gesundheit und der bewussten Lebensführung klar zu sein, genossen wir den ersten Apfel nach der langen Fastenzeit. 

Ein wirkliches Geschmacksfeuerwerk, wenn die erste Nahrung ganz bewusst und mit den feinen, gereinigten Geschmacksnerven in Berührung kommt. Die meisten haben ihren Apfel gar nicht ganz aufgegessen, sondern erst nach und nach. 

Diese Stelle des Fastenbrechen ist sehr wichtig, denn der Körper muss einen Impuls bekommen, jetzt geht es wieder los mit der Verdauung. Es ist wie ein Startschuss für den Körper, wieder mit dem Kreislauf der Verdauung zu starten. Auch unabdingbar, um am Abend dann auch wieder in den geregelten Mahlzeiten-Kreislauf einzusteigen. 

Abends gab es dann ein festliches 3 Gänge Menü, hübsch serviert und wir saßen wieder an einem reichlich gedeckten Tisch, allerdings alles leichte und frische Kost. Wirklich eine Atmosphäre wie auf dem Traumschiff. Auch die Wunderkerzen sollten nicht fehlen. Sollte ich vielleicht an dieser Stelle nicht verraten haben, für die unter euch, die es auch erleben wollen.

Mein Fazit 

Eine herausfordernde Zeit außerhalb der Komfortzone, aber sehr bereichernd für den Körper, den Geist und das Selbstwertgefühl (es geschafft zu haben). 

Ich habe mich hinterher auf alle Ebenen leichter gefühlt und die Waage gab mir recht und die Beweglichkeit und das Treppensteigen auch. 

Meine Zellen zeigten es mir über ein reineres, feineres Hautbild. 

Auch mein Darm hat den Wiedereinstieg nach der Ruhepause in die Verdauung wieder gut genommen und obwohl er weniger klar mit mir spricht, so weiß ich mit meiner inneren Stimme, dass auch er mir dankbar für meine äußere Unterstützung ist. 

Wie ist es bei dir? Hast du auch schon gefastet oder dich damit beschäftigt?

Teile mir gerne in den Kommentaren deine Erfahrungen mit.